Der Beitrag Prominente US-Bürger wie George Clooney entscheiden sich für Europa: Zum Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft erschien zuerst auf Schlun & Elseven.
]]>Die jüngste Entscheidung prominenter US-Amerikaner wie George Clooney und seiner Frau Amal, die französische Staatsbürgerschaft anzunehmen, lenkt den Blick auf ein Phänomen, das in der aktuellen politischen Landschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt: die bewusste Diversifizierung der Staatsangehörigkeit als Reaktion auf innenpolitische Entwicklungen. Während die Clooneys sich für Frankreich entschieden haben, rückt auch Deutschland als attraktives Ziel für US-Bürger in den Fokus, die eine alternative staatsbürgerliche Heimat suchen.
Deutschland bietet mit seinem stabilen Rechtssystem, seiner wirtschaftlichen Stärke und seiner zentralen Rolle in der Europäischen Union eine attraktive Option für Amerikaner, die ihre staatsbürgerlichen Bindungen neu ausrichten möchten. Anders als in der Vergangenheit, als die deutsche Staatsangehörigkeit in den meisten Fällen den Verzicht auf die bisherige Staatsangehörigkeit erforderte, eröffnet die seit Juni 2024 geltende Reform des Staatsangehörigkeitsrechts neue Möglichkeiten: Die Mehrstaatigkeit ist nun grundsätzlich erlaubt, was den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit erheblich erleichtert.
Mit der am 27. Juni 2024 in Kraft getretenen Reform des Staatsangehörigkeitsgesetzes hat Deutschland einen entscheidenden Schritt in Richtung einer moderneren Einbürgerungspolitik vollzogen. Die wichtigste Neuerung: Die generelle Hinnahme von Mehrstaatigkeit. Während Einbürgerungswillige früher grundsätzlich ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben mussten, können Antragsteller nun ihre ursprüngliche Staatsangehörigkeit behalten. Dies gilt ausdrücklich auch für US-amerikanische Staatsangehörige. Darüber hinaus wurden die erforderlichen Aufenthaltszeiten verkürzt. Statt der bisherigen acht Jahre ist nun grundsätzlich eine Einbürgerung bereits nach fünf Jahren rechtmäßigen gewöhnlichen Aufenthalts möglich. Diese Reformen machen Deutschland zu einem noch attraktiveren Ziel für US-Bürger, die eine zweite Staatsangehörigkeit anstreben.
Für US-Staatsangehörige gelten die allgemeinen Einbürgerungsvoraussetzungen nach § 10 des Staatsangehörigkeitsgesetzes. Der Antragsteller muss über ein unbefristetes Aufenthaltsrecht oder eine Aufenthaltserlaubnis für einen dauerhaften Aufenthaltszweck verfügen. Für US-Bürger, die sich beruflich in Deutschland niedergelassen haben, ist dies häufig eine Blaue Karte EU oder eine Aufenthaltserlaubnis nach § 18a oder § 18b AufenthG.
Die Identität und Staatsangehörigkeit müssen zweifelsfrei durch gültige Reisedokumente nachgewiesen werden. Ein zentrales Kriterium ist die eigenständige Sicherung des Lebensunterhalts ohne Inanspruchnahme von Sozialleistungen.
Ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache sind nachzuweisen, in der Regel durch das Zertifikat B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens. Darüber hinaus müssen Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung durch den Einbürgerungstest nachgewiesen werden, der 33 Fragen umfasst, von denen mindestens 17 richtig beantwortet werden müssen. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist das Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes. Schließlich dürfen keine relevanten Vorstrafen vorliegen.
George Clooney, seine Frau Amal und ihre beiden Kinder haben die französische Staatsbürgerschaft im sogenannten “l’étranger émérite”-Verfahren erlangt. Demnach kann die französische Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung jedem frankophonen Ausländer, der dies beantragt und durch seinen herausragenden Verdienst zum Ansehen Frankreichs und zum Gedeihen seiner internationalen Wirtschaftsbeziehungen beiträgt, auf Vorschlag des Außenministers verliehen werden.
Für viele US-Amerikaner stellt sich nun die Frage: Gibt es ein solches Verfahren auch nach deutschem Recht? Welche rechtlichen Voraussetzungen müssen für die Einbürgerung in Deutschland erfüllt sein? Welche Vor- und Nachteile bringt eine doppelte Staatsangehörigkeit mit sich? Und wie gestaltet sich das Verfahren in der Praxis?
Diese Fragen gewinnen vor dem Hintergrund politischer Unsicherheiten in den USA an praktischer Relevanz – nicht nur für Prominente, sondern für alle US-Bürger, die in Deutschland leben oder deutsche Wurzeln haben.
Während es in Deutschland kein dem französischen “l’étranger émérite” gleichendes Verfahren gibt, gibt es dennoch weitere Wege zur deutschen Staatsangehörigkeit: Personen, die von einem deutschen Elternteil abstammen, besitzen möglicherweise bereits die deutsche Staatsangehörigkeit. Nach dem Abstammungsprinzip erwirbt ein Kind die deutsche Staatsangehörigkeit durch Geburt, wenn mindestens ein Elternteil deutsch ist. US-Amerikaner, deren deutsche Vorfahren aus politischen, religiösen oder aus Gründen der Rasse aus Nazi-Deutschland geflohen sind, können unter bestimmten Voraussetzungen die Wiedereinbürgerung nach Artikel 116 Absatz 2 des Grundgesetzes beantragen. Dies betrifft insbesondere Nachkommen jüdischer Flüchtlinge und anderer Verfolgter des NS-Regimes.
Auch ehemalige deutsche Staatsangehörige, die ihre Staatsangehörigkeit durch Heirat mit einem Ausländer oder durch Erwerb einer fremden Staatsangehörigkeit vor dem 1. Januar 2000 verloren haben, können unter erleichterten Bedingungen die deutsche Staatsangehörigkeit zurückerlangen.
Als deutscher Staatsangehöriger erhält man alle Rechte, die das Grundgesetz gewährt. Dazu gehört das uneingeschränkte Aufenthalts- und Niederlassungsrecht in Deutschland und allen EU-Mitgliedstaaten. Hinzu kommen das aktive und passive Wahlrecht bei allen Wahlen sowie konsularischer Schutz durch deutsche Auslandsvertretungen weltweit. Der deutsche Pass ermöglicht visumfreies Reisen in zahlreiche Länder. Mit der deutschen Staatsangehörigkeit sind auch Pflichten verbunden. Seit 2011 ist die Wehrpflicht ausgesetzt, könnte aber im Spannungs- oder Verteidigungsfall reaktiviert werden.
Steuerlich relevant: Deutschland besteuert nach dem Wohnsitzprinzip, die USA hingegen nach dem Staatsangehörigkeitsprinzip. US-Amerikaner mit Wohnsitz in Deutschland müssen daher in beiden Ländern Steuererklärungen abgeben, wobei das Doppelbesteuerungsabkommen Doppelbesteuerungen vermeidet.
Deutsche Staatsangehörige dürfen gemäß Art. 16 Abs. 2 GG grundsätzlich nicht an die USA ausgeliefert werden. Das Grundgesetz verbietet die Auslieferung deutscher Staatsangehöriger an Nicht-EU-Staaten.
Der Antrag wird bei der zuständigen Einbürgerungsbehörde gestellt und muss mit umfangreichen Dokumenten versehen werden: gültige Reisedokumente, Geburtsurkunden, Nachweise über Aufenthaltsstatus und Lebensunterhalt, Sprachzertifikate, polizeiliches Führungszeugnis und weitere Dokumente je nach Einzelfall. Alle ausländischen Urkunden müssen als beglaubigte Übersetzungen vorgelegt werden.
Die Bearbeitungsdauer variiert erheblich. In einfachen Fällen dauert das Verfahren sechs bis zwölf Monate, in komplexeren Fällen können auch zwei Jahre oder mehr vergehen. Bei positiver Bescheidung erhält der Antragsteller eine Einbürgerungsurkunde, mit deren Aushändigung die deutsche Staatsangehörigkeit erworben wird. Die Kosten betragen für Erwachsene 255 Euro, für minderjährige Kinder 51 Euro. Hinzu kommen Kosten für Übersetzungen und Dokumentenbeschaffung.
Der Weg zur deutschen Staatsangehörigkeit kann komplex und langwierig sein. Die Kanzlei Schlun & Elseven verfügt über umfassende Expertise im Staatsangehörigkeitsrecht und begleitet US-amerikanische Mandanten erfolgreich durch den Einbürgerungsprozess. Die Leistungen umfassen die Prüfung der individuellen Voraussetzungen, die Beschaffung und Aufbereitung aller erforderlichen Dokumente einschließlich Apostillen und beglaubigter Übersetzungen sowie die vollständige Kommunikation mit den deutschen Behörden. Besondere Spezialisierung besteht bei der Feststellung der deutschen Staatsangehörigkeit durch Abstammung und bei Wiedereinbürgerungen.
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]]>Der Beitrag Der Moreno-Vorschlag zur Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft: Warum deutsch-amerikanische Doppelstaatler beruhigt sein können erschien zuerst auf Schlun & Elseven.
]]>Anfang Dezember 2025 sorgte ein Gesetzentwurf des Senators aus Ohio, Bernie Moreno, für internationale Schlagzeilen: Der “Exclusive Citizenship Act of 2025” würde die Doppelstaatsbürgerschaft in den Vereinigten Staaten abschaffen und Doppelstaatler zwingen, sich innerhalb eines Jahres für eine Staatsangehörigkeit zu entscheiden. Doch trotz der Aufregung wird dieser Vorschlag nicht Realität werden – dieser Beitrag erklärt warum.

Die Anwälte von Schlun & Elseven helfen Amerikanerinnen und Amerikanern in Deutschland, über das politische Theater hinwegzusehen und sich auf echte Möglichkeiten zu konzentrieren. Deutschlands Reformen zur doppelten Staatsbürgerschaft von 2024 haben Tausenden von Amerikanern die Tür geöffnet, EU-Bürgerschaftsrechte zu sichern, ohne dabei ihren US-Pass zu riskieren. Unser Team für Staatsangehörigkeitsrecht ist darauf spezialisiert, US-Bürger durch den Einbürgerungsprozess in Deutschland zu führen.
Der Vorschlag von Senator Moreno steht auf vielen Ebenen vor unüberwindbaren Hindernissen – politisch, verfassungsrechtlich und praktisch.
Damit dieser Gesetzentwurf verabschiedet werden könnte, müsste er zunächst den Rechtsausschuss des Senats durchlaufen und danach 60 Stimmen im Senat erhalten. Allerdings hat Morenos Gesetzentwurf keinen einzigen Mitantragsteller: Kein einziger anderer Senator – weder Republikaner noch Demokrat – hat sich angeschlossen.
Selbst in dem außerordentlich unwahrscheinlichen Fall, dass der Gesetzentwurf den Kongress passieren würde, widerspricht er direkt Präzedenzfällen des US-Supreme Court, die seit fast 60 Jahren etabliert wurden:
Selbst wenn man die verfassungsrechtlichen und politischen Hürden außer Acht ließe, wäre die Umsetzung dieses Gesetzes praktisch unmöglich: Die USA erfassen Doppelstaatler nicht. Offizielle Schätzungen von amerikanischen Bürgern mit Doppelstaatsbürgerschaft variieren stark, von 500.000 bis 5,7 Millionen Menschen, und einige Experten vermuten, dass sogar über 40 Millionen Amerikaner für eine Doppelstaatsbürgerschaft berechtigt sind. Die Regierung hat schlichtweg keinen Überblick darüber, wer mehrere Pässe besitzt. Zudem existiert dafür schlichtweg kein Durchsetzungsmechanismus: Es müssten neue Systeme geschaffen werden, um Doppelstaatler identifizieren, erfassen und bearbeiten zu können. Allein dieses administrative Unterfangen würde mehrere Jahre Zeit und Milliarden von Dollar in Anspruch nehmen.
Für deutsch-amerikanische Doppelstaatler ist dieser Vorschlag besonders unpraktisch:
Das US-Außenministerium erklärt ausdrücklich: “Die Doppelstaatsbürgerschaft ist die natürliche Folge, die sich aus der Wechselwirkung von Gesetzen verschiedener Länder ergibt.” Daran hat sich nichts geändert.
Die Doppelstaatsbürgerschaft ist in den Vereinigten Staaten seit über einem halben Jahrhundert rechtlich anerkannt und gelebte Praxis. Die fortschreitende Vernetzung des modernen Lebens – insbesondere zwischen engen Verbündeten wie Deutschland und den USA – macht die Doppelstaatsbürgerschaft nicht nur praktisch, sondern auch immens vorteilhaft für beide Länder.
Für Deutsch-Amerikaner ermöglicht die Doppelstaatsbürgerschaft:
Wir von Schlun & Elseven haben bereits Tausenden von amerikanischen Staatsbürgern geholfen auch die deutsche Staatsbürgerschaft zu erhalten, insbesondere seit der deutschen Gesetzesänderung aus dem Jahre 2024, die die Erlangung der doppelten Staatsbürgerschaft leichter zugänglich gemacht hat.
Die Quintessenz: Die Doppelstaatsbürgerschaft zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten bleibt rechtlich geschützt und bestehen. Bei diesem Vorschlag handelt es sich um gesetzgeberischen Lärm, aber nicht um eine echte Bedrohung für Ihren Status, Ihre Rechte oder Ihre Zukunftspläne. Der Zeitpunkt könnte tatsächlich für Amerikaner, die die deutsche Staatsbürgerschaft in Betracht ziehen, nicht besser sein: Deutschland hat seine Türen seit 2024 weiter geöffnet und die Vorteile der EU-Bürgerschaft sind wertvoller denn je. Wenn Sie spezifische Fragen zu dem Status Ihrer Doppelstaatsbürgerschaft oder zu Anträgen für die deutsche Staatsbürgerschaft haben, steht unser Team Ihnen zur Seite.
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