Die Verbreitung intimer Bilder ohne Zustimmung ist längst kein Einzelfall mehr – Plattformen wie OnlyFans eröffnen dabei neue Angriffsmöglichkeiten auf die Privatsphäre. Inhalte, die ursprünglich für eine geschlossene Nutzergruppe bestimmt waren, können ohne Erlaubnis kopiert und verbreitet oder gezielt für Fake-Profile und Cybermobbing missbraucht werden. Für Betroffene bedeutet dies nicht nur einen massiven Eingriff in die Privatsphäre, sondern oft auch gravierende soziale und berufliche Konsequenzen. Durch die schnelle Verbreitung im Internet, insbesondere in sozialen Netzwerken, Pornoseiten und Messenger-Diensten, ist es kaum möglich, die Kontrolle über die veröffentlichten Inhalte zurückzuerlangen. Die Anonymität der Täter erschwert zusätzlich die Strafverfolgung, während Plattformbetreiber oft nur zögerlich auf Löschanfragen reagieren. Hinzu kommt, dass viele bestehende Gesetze noch nicht spezifisch auf die Herausforderungen digitaler Plattformen wie OnlyFans ausgelegt sind. Eine effektive Gegenwehr erfordert daher nicht nur ein tiefgehendes Verständnis der aktuellen Gesetzeslage, sondern auch schnelles und entschlossenes Handeln.
Als interdisziplinäre Kanzlei mit Reputationsmanagement als Schwerpunkt gewährleisten wir umfassenden Schutz der Persönlichkeitsrechte. Unsere Anwälte ergreifen umgehend die zur Verfügung stehenden Rechtsmittel, um die sofortige Löschung der betreffenden Inhalte und eine effektive Strafverfolgung zu erwirken. Darüber hinaus machen wir im Auftrag unserer Mandanten Schadensersatz- und Schmerzensgeldforderungen geltend.
Was ist OnlyFans?
OnlyFans ist ein soziales Netzwerk mit sogenanntem Paid-Content-Modell, das von der Fenix International Limited betrieben wird. Nutzer müssen sich registrieren und können dann Inhalte hochladen, mit anderen Usern interagieren und Abonnements abschließen. Im Gegensatz zu Plattformen wie Instagram, TikTok oder Facebook, bei denen Inhalte grundsätzlich kostenlos verfügbar sind, bietet OnlyFans seinen Profilinhabern die Möglichkeit, ihre – meist erotischen – Inhalte gegen Zahlung bereitzustellen.
Die Monetarisierung erfolgt über verschiedene Modelle:
- Abonnementmodelle: Fans zahlen eine monatliche Gebühr, um Zugriff auf die Inhalte eines Profils zu erhalten.
- Pay-per-View (PPV): Einzelne Inhalte werden gegen eine gesonderte Gebühr freigeschaltet.
- Trinkgelder: Nutzer können zusätzlich freiwillige Zahlungen leisten.
Neben OnlyFans existieren vergleichbare Dienste wie Fansly, Fanvue, Patreon oder Playboy Centerfold, die ähnliche Monetarisierungsmodelle anbieten.
Schutz der Persönlichkeits- und Urheberrechte vor missbräuchlicher Nutzung von OnlyFans: Rechtsgrundlagen
Die Veröffentlichung und Verbreitung von Inhalten auf OnlyFans unterliegen verschiedenen rechtlichen Regelungen. Während Plattformbetreiber ihrerseits bestimmte Nutzungsbedingungen festlegen, regelt das Gesetz etwaige Verstöße gegen das Strafrecht, das Urheberrecht und das Persönlichkeitsrecht. Im Zusammenhang mit der Nutzung solcher Plattformen ergeben sich insbesondere Probleme mit Identitätsdiebstahl oder unerlaubter Verbreitung von geschützten Inhalten. Betroffene können sich jedoch gegen Identitätsdiebstahl, unerlaubte Verbreitung ihrer Inhalte und gezielte Rufschädigung zu Wehr setzen.
Unerlaubte Verbreitung intimer Bilder und Videos
Die unerlaubte Verbreitung von Bildern oder Videos, die die Intimsphäre betreffen, ist nach deutschem Recht strafbar. Folgende Vorschriften können hier einschlägig sein:
- § 201a StGB – Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen: Die unbefugte Anfertigung oder Verbreitung intimer Bilder oder Videos ist strafbar.
- § 22 KunstUrhG– Recht am eigenen Bild: Bilder und Videos dürfen nur mit Zustimmung veröffentlicht oder weitergegeben werden.
- §§ 186, 187 StGB – Üble Nachrede und Verleumdung: Wenn intime Inhalte genutzt werden, um den Ruf einer Person gezielt zu beschädigen, greifen diese Strafvorschriften.
- § 240, 253 StGB – Nötigung und Erpressung: Wer intime Bilder nutzt, um Opfer unter Druck zu setzen oder zu erpressen, macht sich strafbar.
Identitätsdiebstahl und Fake-Profile
Nicht nur die Person, die auf einem gefälschten Profil dargestellt wird, kann zum Opfer werden – auch Dritte, etwa Fans oder Follower, sind betroffen. Besonders im Zusammenhang mit Betrug ist dies relevant: Fake-Profile auf Plattformen werden häufig genutzt, um Erpressungen durchzuführen oder Kreditkartendaten abzufragen.
- § 263a StGB – Computerbetrug: Falls Fake-Profile zur Täuschung von Abonnenten genutzt werden, kann dies als Betrug gewertet werden.
- Persönlichkeitsrechtsverletzung: Die Nutzung des Namens oder der Identität einer Person kann zivilrechtliche Ansprüche begründen.
- Marken- und Namensrecht: In manchen Fällen kann ein Fake-Profil auch das Namens- oder Markenrecht verletzen.
Cybermobbing und gezielte Rufschädigung
Wer andere auf OnlyFans gezielt beleidigt, falsche Tatsachen über sie verbreitet oder ihren Ruf schädigt, kann sich strafbar machen. Das Strafgesetzbuch schützt Betroffene vor solchen Angriffen, insbesondere durch die folgenden Vorschriften:
- § 185 StGB – Beleidigung: Diffamierende oder ehrverletzende Aussagen sind strafbar.
- § 186 StGB – Üble Nachrede: Unwahre Tatsachenbehauptungen, die den Ruf einer Person schädigen, können strafrechtlich verfolgt werden.
- § 187 StGB – Verleumdung: Wer bewusst falsche Tatsachen verbreitet, um einer Person zu schaden, macht sich strafbar.
Urheberrechtliche Problematiken bei Onlyfans
Urheber eines Werkes ist grundsätzlich die Person, die es geschaffen hat – also beispielsweise der Fotograf oder Videoproduzent. In den meisten Fällen werden die Nutzungsrechte an den erstellten Inhalten jedoch an die Profilinhaber übertragen, sodass diese selbst als Rechteinhaber gelten.
Käufer auf OnlyFans erwerben in der Regel kein Nutzungsrecht, sondern lediglich das Recht zur Ansicht der Inhalte. Das bedeutet:
- Das Abspeichern oder Weiterverbreiten von Inhalten (z. B. durch Screenshots oder Screenrecording) ist unzulässig.
- Die Veröffentlichung auf anderen Plattformen stellt eine Urheberrechtsverletzung dar.
- Ein Profilinhaber kann rechtlich gegen Personen vorgehen, die seine Inhalte ohne Erlaubnis verbreiten oder verkaufen.
Wer urheberrechtlich geschützte Inhalte von OnlyFans ohne Zustimmung des Rechteinhabers veröffentlicht, kann mit Unterlassungsansprüchen, Schadensersatzforderungen und einer einstweiligen Verfügung konfrontiert werden. Die Höhe eines möglichen Lizenzschadens wird oft auf Basis der vom Profilinhaber festgelegten Gebühren (Lizenzanalogie) berechnet.
Besonders perfide ist die Nutzung von Fake-Profilen, um Inhalte als „exklusiv“ zu verkaufen, obwohl sie lediglich von einem anderen OnlyFans-Profil gestohlen wurden. In diesem Fall liegt ein doppelter Rechtsverstoß vor: Ein Betrug an den Nutzern sowie eine Urheberrechtsverletzung gegenüber der betroffenen Person.
Erste Maßnahmen zur Durchsetzung Ihrer Rechte
Um sich effektiv gegen Urheberrechtsverletzungen oder Fake-Profile sowie betrügerische Aktivitäten auf OnlyFans zu wehren, ist es entscheidend, frühzeitig Beweise zu sichern. Da rechtswidrige Inhalte schnell verbreitet werden und Täter oft anonym agieren, ist eine sorgfältige Dokumentation aller relevanten Informationen unerlässlich.
Falls möglich, sollten Betroffene nicht nur Screenshots und URLs sichern, sondern auch weitere relevante Umstände der Veröffentlichung festhalten. Dazu gehören Zeitpunkte der Entdeckung, Reaktionen von Plattformbetreibern sowie mögliche finanzielle oder reputationsschädigende Folgen. Eine umfassende Beweissicherung erleichtert die Durchsetzung von Unterlassungs- und Schadensersatzansprüchen sowie eine strafrechtliche Verfolgung.
Die Maßnahmen können wie folgt aussehen:
- Beweise sichern: Dokumentieren Sie Screenshots, URLs und Metadaten der veröffentlichten Inhalte sowie Nachrichten mit betrügerischen Absichten.
- Strafanzeige erstatten: Bei Identitätsmissbrauch, Betrug oder Cybermobbing sollten Sie eine Anzeige bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft stellen. Eine anwaltliche Beratung kann dabei helfen, die richtige rechtliche Strategie zu wählen.
- Rechtsbeistand einholen: Ein spezialisierter Anwalt kann Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche durchsetzen sowie einstweilige Verfügungen erwirken.
- Plattformen kontaktieren: Viele Anbieter bieten Meldefunktionen zur Entfernung unerlaubter Inhalte. Zusätzlich sollten juristische Schritte eingeleitet werden, um eine schnelle Löschung sicherzustellen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Praxisgruppe für Urheberrecht
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