In den vergangenen Tagen sind betrügerische E-Mails im Umlauf, die unter den Domains schlunelseven.de, schlunelseven-law.de und mittlerweile auch schlun-und-elseven.de versendet wurden. Es ist damit zu rechnen, dass die Betrüger weitere Domains registrieren werden. Die Absender geben sich fälschlich als unsere Kanzlei aus und verweisen teilweise sogar auf unsere echte Website. Besonders E-Mails mit Betreffzeilen wie „Mitteilung: Verwertung Insolvenzmasse“ / “Anzeige freihändiger Verkauf” oder Hinweisen auf angebliche Insolvenzverwaltung, Verwertung von Wirtschaftsgütern oder verfügbare Vermögenswerte stehen in diesem Zusammenhang. Die Betrüger rotieren anscheinend die genutzten Verwendungszwecke, um bei einer Google Suche durch die Ziele der Attacke diesen Artikel zu umgehen.

Diese E-Mails stammen nicht von uns. Sie dienen mutmaßlich dazu, Empfänger zu späteren Zahlungen oder Transaktionen zu verleiten. Es besteht keinerlei Zusammenhang mit tatsächlichen Mandaten oder Verfahren unserer Kanzlei. Solche Vorfälle sind Teil eines größeren Problems, das viele etablierte Organisationen betrifft: gezielte Markenimitation im digitalen Raum.

Nach unseren Erkenntnissen greifen die Täter auf eine üblicher Weise im Cold Calling genutzte Liste von E-Mail-Adressen und Telefonnummern zurück. Zunächst werden E-Mails über die oben genannten Domains versendet. Einige Stunden später erfolgen betrügerische Anrufe über die Rufnummer 0241 93688020. Es ist damit zu rechnen, dass die Betrüger weitere Telefonnummern nutzen werden. 

Dabei geben sich die Anrufer als unsere Rechtsanwälte Martin Halfmann oder Matthias Wurm aus und treten mit sehr guten Deutschkenntnissen auf.

Wichtig: Die Rufnummer 0241 93688020 steht in keinem Zusammenhang mit unserer Kanzlei und wird ausschließlich von Betrügern genutzt.

Wichtig: Unsere eigenen Systeme und Mandantendaten sind nicht betroffen. Es gibt keine Hinweise darauf, dass interne Daten oder Kommunikationskanäle unserer Kanzlei kompromittiert wurden. Die Betrüger nutzen lediglich gefälschte Domains und imitieren unseren Namen und nutzen dabei ein auf drittem Wege erworbenes Datenset aus E-Mail und Telefonnumern.


Warum gerade etablierte Kanzleien imitiert werden

Betrugsversuche dieser Art entstehen nicht zufällig. Täter wählen gezielt Namen, Domains und Absender, die Vertrauen genießen. Kanzleien mit internationaler Sichtbarkeit, klarer Positionierung und hoher digitaler Präsenz sind dabei besonders attraktiv – insbesondere, wenn sie regelmäßig mit komplexen wirtschaftlichen oder rechtlichen Sachverhalten wie Insolvenzrecht, Vermögensverwertung oder wirtschaftsrechtlichen Fragestellungen in Verbindung gebracht werden.

Imitiert wird nicht, was unbekannt ist. Imitiert wird, was als glaubwürdig, professionell und relevant wahrgenommen wird. Genau hier liegt der Kern des Problems, aber auch der Grund, warum solche Vorfälle auftreten – und warum wir transparent darüber informieren.


Digitale Realität: Vertrauen braucht aktive Absicherung

Das Internet ist kein statischer Raum. Domains können kurzfristig registriert, E-Mail-Absender manipuliert und Inhalte täuschend echt kopiert werden. Begriffe wie InsolvenzmasseVerwertungKatalogeWirtschaftsgüter oder Ansprechpartner werden dabei bewusst genutzt, um Seriosität zu suggerieren.

Technische Schutzmechanismen sind wichtig, reichen allein jedoch nicht aus. Entscheidend ist eine Kombination aus Technik, Organisation und klarer Kommunikation. Deshalb reagieren wir bei solchen Vorfällen nicht reaktiv, sondern systematisch.

Unsere Maßnahmen im Überblick

Sobald wir von missbräuchlich genutzten Domains oder betrügerischen E-Mail-Kampagnen erfahren, setzen wir mehrere Schritte parallel in Gang:

  • Domain- und Markenmonitoring, um ähnliche oder irreführende Registrierungen frühzeitig zu erkennen
  • Kontaktaufnahme mit Domain-Registraren, Hostern und E-Mail-Providern, um betrügerische Domains und Versandwege sperren zu lassen
  • Dokumentation und Meldung der Vorfälle an zuständige Stellen und Plattformen
  • Interne technische Prüfungen, um sicherzustellen, dass keine Systeme oder Kommunikationskanäle kompromittiert wurden
  • Transparente Information von Mandanten, Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit

Diese Prozesse sind bei uns fest etabliert. Sie gehören heute zur digitalen Sorgfaltspflicht einer international tätigen Kanzlei.


 Was Mandanten und Dritte wissen sollten

Offizielle Kommunikation erfolgt ausschließlich über unsere bekannten und verifizierten Domains. Uns ist wichtig, folgendes klar und unmissverständlich festzuhalten:

  • Wir fordern keine Zahlungen per unaufgeforderter E-Mail an.
  • Wir versenden keine Angebote zur Verwertung von Wirtschaftsgütern ohne vorherige individuelle Beauftragung.
  • Wir kommunizieren keine Insolvenzverfahren oder Vermögensverzeichnisse per Rundmail.

Im Zweifel gilt immer: Lieber einmal nachfragen als einmal zu viel vertrauen. Unser Team steht für Rückfragen jederzeit zur Verfügung.

Wenn Sie eine verdächtige E-Mail mit dem Betreff “Mitteilung: Verwertung Insolvenzmasse” erhalten haben:

  • Nicht antworten und keine Links öffnen
  • Keine Anhänge herunterladen oder öffnen
  • Keine persönlichen Daten oder Zahlungsinformationen preisgeben
  • E-Mail als Spam markieren und löschen

Wenn Sie bereits reagiert haben:

  • Informieren Sie Ihre Bank, falls Sie Zahlungsdaten weitergegeben haben
  • Erwägen Sie eine Anzeige bei der Polizei

 Einordnung statt Alarmismus

Als Kanzlei beraten wir Mandanten in komplexen rechtlichen und wirtschaftlichen Situationen. Diese Verantwortung umfasst auch den Schutz vor externen Risiken, die Vertrauen, Namen und Reputation missbrauchen.

Gerade in einer Zeit, in der digitale Täuschungen immer professioneller werden und Inhalte gezielt an reale Themen wie Insolvenzverwaltung oder wirtschaftliche Verwertung angelehnt sind, halten wir es für unsere Pflicht, offen über solche Vorfälle zu sprechen.

Wir möchten ausdrücklich betonen: Für unsere Mandanten besteht aktuell kein Handlungsbedarf. Die betrügerischen E-Mails stehen in keinem Zusammenhang mit laufenden Mandaten, echten Insolvenzverfahren oder tatsächlichen Verwertungsprozessen unserer Kanzlei.

Gleichzeitig sehen wir diese Situation als Anlass, das Bewusstsein für digitale Risiken weiter zu schärfen und unsere Schutzmaßnahmen kontinuierlich auszubauen.

Dass unsere Marke Ziel von Imitationsversuchen geworden ist, verstehen wir als Verpflichtung – gegenüber Mandanten, Geschäftspartnern und Dritten. Wenn Sie unsicher sind, ob eine Nachricht tatsächlich von uns stammt, zögern Sie bitte nicht, uns direkt zu kontaktieren.