Illegale Straßenrennen: Rechtliche Beratung

Ihr Rechtsanwalt für Strafrecht und Verkehrsrecht

Illegale Straßenrennen: Rechtliche Beratung

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Ein kurzes Kräftemessen an der Ampel, ein spontanes Beschleunigungsduell auf der Autobahn oder ein organisiertes Treffen im Industriegebiet – illegale Straßenrennen werden seit 2017 in Deutschland strafrechtlich verfolgt. Selbst in Fällen, in denen niemand zu Schaden kommt und diese abseits verkehrsreicher Stadtgebiete stattfinden, können erhebliche strafrechtliche Sanktionen verhängt werden. Wer sich einer solchen Tat schuldig macht, muss mit Freiheitsstrafen, Geldstrafen und der Einziehung von Führerschein und Fahrzeug rechnen.

Um Mandanten vor den weitreichenden Folgen einer solchen Anschuldigung zu schützen, bietet Schlun & Elseven einen fachkundigen und engagierten Rechtsbeistand an. Unsere Anwälte für Strafrecht entwickeln – in enger Zusammenarbeit mit den Betroffenen – maßgeschneiderte Verteidigungsstrategien, prüfen Beweismittel und führen Verhandlungen mit der Staatsanwaltschaft, um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Im Falle eines Strafverfahrens erfolgt die Vertretung mit dem nötigen Engagement vor Gericht. Mit unserer langjährigen Erfahrung und Expertise im Strafrecht stehen wir fest an der Seite unserer Mandanten, um deren Rechte und Interessen zu schützen.

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Der Tatbestand des illegalen Straßenrennens

Die zunehmende Berichterstattung über illegale Straßenrennen und die Besorgnis der Öffentlichkeit darüber haben dazu geführt, dass strengere Gesetze erlassen wurden, um illegalen Straßenrennen entgegenzuwirken. Handlungen im Zusammenhang mit illegalen Straßenrennen sind daher nicht mehr nur als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat einzustufen.

In § 315d StGB sind verschiedene Verhaltensweisen unter Strafe gestellt, die über das klassische Autorennen zwischen zwei Fahrzeugen hinausgehen. Bereits das Ausrichten oder Durchführen eines nicht genehmigten Kraftfahrzeugrennens kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Rennen lange im Voraus geplant oder spontan vereinbart wurde. Selbst eine kurze Verabredung per Handzeichen an der Ampel kann ausreichen. Die Organisation eines solchen Rennens kann das Versammeln der Teilnehmer an den Austragungsort, die Zeitmessung, die Abgabe des Startsignals und die Markierung der Ziellinie umfassen.

Es ist jedoch auch möglich, dass Fahrer im Falle eines “Rennen gegen sich selbst” nach § 315d Nr. 3 StGB für illegale Straßenrennen zur Verantwortung gezogen werden. Hier macht sich strafbar, wer mit unangemessener Geschwindigkeit, grob verkehrswidrig und rücksichtslos fährt, um eine möglichst hohe Geschwindigkeit zu erreichen. Rücksichtslos handelt, wer seine Verantwortung gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern aus Gleichgültigkeit missachtet. Das deutsche Recht legt keine spezifischen Geschwindigkeiten fest, die den Tatbestand erfüllen. Als nicht angepasste Geschwindigkeit wird jedoch allgemein eine Geschwindigkeit angesehen, die nicht den Straßen-, Sicht- und Witterungsverhältnissen entspricht. Die Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ist in der Regel ein Indikator, reicht aber in manchen Fällen nicht aus, wenn das Fahrzeug noch sicher beherrscht wird. Entscheidend ist die Absicht des Fahrers, das Fahrzeug bis an seine Grenzen auszureizen. In der Praxis ist dieser Nachweis oft schwierig. Die erfahrenen Strafverteidiger von Schlun & Elseven entwickeln mit ihren Mandanten eine individuelle Verteidigungsstrategie beim Vorwurf des illegalen Straßenrennens.

Ein grober Verstoß gegen die Verkehrsvorschriften kann sich äußern in:

  • Deutliche Geschwindigkeitsüberschreitung,
  • Überholen anderer Fahrzeuge auf der rechten Seite,
  • Überfahren einer roten Ampel,
  • zu schnelles Heranfahren an einen Fußgängerüberweg und
  • Überholen in einer unübersichtlichen Kurve.

Rechtsverstöße und Sanktionen

Die Norm schützt die Sicherheit des Straßenverkehrs, Leib und Leben der Verkehrsteilnehmer und auch fremdes Eigentum. Bei Verstößen drohen schwerwiegende rechtliche Konsequenzen, darunter Geldstrafen, Fahrverbote und Freiheitsstrafen. Die Strafe verschärft sich erheblich, wenn andere Menschen beim illegalen Straßenrennen gefährdet werden oder zu Schaden kommen. Hier muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren gerechnet werden. Selbst bei fahrlässiger Gefährdung drohen noch bis zu drei Jahren Haft. Besonders dramatisch sind die Folgen, wenn es zu schweren Verletzungen oder gar Todesfällen kommt. Die Freiheitsstrafe kann dann bis zu zehn Jahre betragen. Die Gerichte zeigen in solchen Fällen wenig Nachsicht, und die mediale Aufmerksamkeit erhöht zusätzlich den Druck auf die Justiz, hart durchzugreifen.

Neben der strafrechtlichen Verurteilung droht der Entzug des Führerscheins nach § 69 StGB. Die Gerichte gehen regelmäßig davon aus, dass sich Teilnehmer an Straßenrennen als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen erwiesen haben. Die Sperrfrist, während der keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden kann, beträgt sechs Monate bis hin zu mehreren Jahren. Zusätzlich kann auch das Tatfahrzeug nach § 74 StGB eingezogen werden. Gerade bei hochwertigen Fahrzeugen bedeutet dies einen erheblichen finanziellen Verlust, der zu den anderen Strafen hinzukommt.

Die rechtlichen Konsequenzen illegaler Straßenrennen im Überblick:

  • Geldstrafen: Die Höhe des Bußgeldes hängt von der Schwere des Verstoßes ab und davon, ob es zu Sach- oder Personenschäden gekommen ist. Die Bußgelder sollen als erhebliche finanzielle Abschreckung gegen künftige Verstöße dienen.
  • Führerscheinentzug: Ihre Fahrerlaubnis kann vorläufig oder endgültig entzogen werden. Ein Führerscheinentzug kann mehrere Monate bis zu mehreren Jahren dauern.
  • Freiheitsentzug: In schweren Fällen können Straftäter mit einer Freiheitsstrafe rechnen. Die Länge der Haftstrafe hängt von Faktoren wie der Organisation des Rennens, dem Grad der Gefährdung der Öffentlichkeit und den daraus resultierenden Verletzungen oder Todesfällen ab.
  • Beschlagnahmung von Fahrzeugen: Die Behörden können Fahrzeuge beschlagnahmen, die bei illegalen Straßenrennen eingesetzt wurden. Die Einziehung ist eine gängige Strafe, mit der das bei der Straftat verwendete unmittelbare Tatwerkzeug sichergestellt wird und die als starke Abschreckung dient, da der Täter einen erheblichen finanziellen Verlust erleidet.
  • Zusätzliche Strafen: Straftäter können auch mit anderen Strafen konfrontiert werden, wie z. B. gemeinnützige Arbeit, verpflichtende Teilnahme an Verkehrssicherheitskursen und langfristige Bewährung. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Straftäter zu rehabilitieren und künftige Verstöße zu verhindern.

Wenn Sie sich mit einer Anklage wegen illegaler Straßenrennen konfrontiert sehen, ist es entscheidend, schnell zu handeln und sich professionelle rechtliche Unterstützung zu suchen.

Beweismittel in Fällen von illegalen Straßenrennen

Der Vorwurf eines illegalen Straßenrennens ergibt sich häufig aus Berichten von Polizeibeamten, anderen Verkehrsteilnehmern oder Fußgängern, die Zeugen des Ereignisses waren. Zudem kann die Straße selbst untersucht und die Reifenspuren ausgewertet werden. Auch Rennen auf menschenleeren Straßen ohne Gehwege können als den Tatbestand des § 315d StGB erfüllen.

Anhand von technischen Methoden können illegale Straßenrennen festgestellt werden. Zu diesen Methoden gehören:

  • Armaturenbrettkameras (Dashcams) in Einsatzfahrzeugen,
  • Videoüberwachung an oder in Häusern am Tatort,
  • Videoüberwachung an Kreuzungen auf der Rennstrecke,
  • Chatverläufe zwischen den Angeklagten, aus denen hervorgeht, dass ein Rennen vereinbart wurde,
  • Videoaufnahmen von Zeugen,
  • Social-Media-Posts über das Rennen,
  • die Dashcam im Fahrzeug des Verdächtigten.

Nur durch die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Strafverteidiger ist es möglich, die vorliegenden Beweise richtig zu bewerten und festzustellen, ob sie für die jeweilige Straftat ausreichen. Unsere Anwälte für Strafrecht prüfen die Glaubwürdigkeit der Zeugenaussagen, stellen fest, ob die Zeugen den Sachverhalt richtig wiedergegeben haben, und beurteilen, ob ihre Geschwindigkeitsschätzung den erforderlichen Standards entspricht. Bei technischen Beweismitteln prüft unser Team, ob die Videoaufzeichnungen von ausreichender Qualität sind, um verlässliche Informationen zu liefern, auf deren Grundlage belastbare Schlussfolgerungen gezogen werden können.

Häufig gestellte Fragen zu illegalen Straßenrennen

Wenn Sie wegen eines illegalen Straßenrennens festgenommen werden, ist es wichtig, dass Sie ruhig bleiben und von Ihrem Schweigerecht Gebrauch machen. So vermeiden Sie Aussagen, die gegen Sie verwendet werden können. Setzen Sie sich so schnell wie möglich mit unserer Kanzlei in Verbindung, um Ihren Fall mit unseren Strafverteidigern zu besprechen. Wir werden Sie durch das Verfahren begleiten, Ihre Rechte wahren und für Sie das bestmögliche Ergebnis erzielen.

Die Abschiebung kann eine mögliche Folge für nicht-deutsche und Nicht-EU-Bürger sein, die wegen schwerer Straftaten wie illegaler Straßenrennen verurteilt werden. Das Risiko einer Abschiebung hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von der Schwere der Straftat und Ihrem Aufenthaltsstatus. Unser Rechtsteam analysiert Ihren konkreten Fall, prüft alle rechtlichen Möglichkeiten, um dieses Risiko zu minimieren und bietet Ihnen eine fundierte Verteidigung, um Ihre Abschiebung zu verhindern.

Die Dauer eines Führerscheinentzugs wegen illegaler Straßenrennen hängt von den Besonderheiten Ihres Falls und der Entscheidung des Gerichts ab. Die Strafen können von einigen Monaten bis zu mehreren Jahren reichen oder in extremen Fällen zu einem dauerhaften Entzug führen. Unser Anwaltsteam wird sich bemühen, die Auswirkungen auf Ihre Fahrberechtigung so gering wie möglich zu halten, indem es nach Möglichkeit eine mildere Strafe aushandelt.

Wenn Sie vor Gericht erscheinen, haben Sie Gelegenheit, Ihren Fall darzulegen, Beweise anzufechten und rechtliche Argumente vorzubringen. Das Gericht prüft die Beweise, holt Zeugenaussagen ein und trifft seine Entscheidung auf der Grundlage der vorgetragenen Tatsachen und rechtlichen Argumente. Unsere Anwälte werden Sie während des gesamten Verfahrens begleiten, um sicherzustellen, dass Ihre Rechte gewahrt werden.

Bei der Anfechtung von Beweismitteln werden die gegen Sie vorgebrachten Beweise wie Zeugenaussagen, Polizeiberichte und forensische Beweise sorgfältig geprüft. Unser Anwaltsteam wird alle Unstimmigkeiten, Verfahrensfehler oder Probleme mit der Glaubwürdigkeit der Beweise aufdecken. Wir werden diese Informationen nutzen, um für den Ausschluss oder die Einschränkung von Beweismitteln zu plädieren, die sich negativ auf Ihren Fall auswirken könnten, und so Ihre Chancen auf ein positives Ergebnis zu erhöhen.

Wenn Ihr Führerschein vorläufig oder endgültig entzogen wurde, ist es Ihnen gesetzlich verboten, ein Fahrzeug zu führen. Das Führen eines Fahrzeugs mit einem vorläufigen oder endgültigen Entzug der Fahrerlaubnis kann zusätzliche rechtliche Sanktionen nach sich ziehen. Wir bemühen uns, die Dauer des Entzugs so kurz wie möglich zu halten, dennoch ist es wichtig, dass Sie den Anordnungen des Gerichts Folge leisten und bis zur Wiedererteilung der Fahrerlaubnis kein Fahrzeug führen.

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